
- +++ 05.01.2026: 100 Jahre SSV Schönmünzach - 1926-2026 +++
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Interview mit Julia Kaim
07 Okt
Interview mit Julia Kaim
Julia Kaim im Gespräch mit Tom Holzapfel...
Tischtennis SSV Schönmünzach Interview Julia Kaim
(tho) Am vergangenen Wochenende startete Zweitliga-Aufsteiger SSV Schönmünzach mit einer 2:6-Heimniederlage gegen den TTC Weinheim II in die neue Saison. Seit einigen Jahren gehört Julia Kaim zum festen Bestandteil des Teams. Vor der nächsten Partie am kommenden Sonntag gegen den TTC Langen (11 Uhr, Murgtalhalle) unterhielten wir uns mit der 28-jährigen Offensivspielerin aus Baiersbronn.
Welche Rolle spielt derzeit der Tischtennissport in Ihrem Leben?
Schon noch eine ziemlich große, aber natürlich blickt mal als 28-jährige Berufstätige anders auf die Spiele wie beispielsweise als Schülerin. Ich nehme mir im Sommer auch mal eine Auszeit vom Tischtennissport, um dann wieder mit frischen Kräften in die neue Saison zu gehen. Und natürlich trainiere ich nicht mehr so häufig wie früher.
In Ihrer Jugendzeit gehörten Sie zu den besten Nachwuchsspielerinnen Deutschlands.
Ja, meine Jugendzeit
war sportlich schon recht intensiv. Ich bin über meinen Vater Andrzej, der
selbst einmal in Polen in der Zweiten Bundesliga spielte, zum Tischtennis
gekommen. Nur so zum Spaß habe ich schon mit drei Jahren mit dem Schläger
herumhantiert. Über meinen Heimatverein Klosterreichenbach ging es nach
Bietigheim-Bissingen, wo ich mit elf Jahren bereits in der Damen-Verbandsliga
spielte. Ab meinem zwölften Lebensjahr bis zum Abitur war ich im
Tischtennis-Internat in Düsseldorf. Als Jugendnationalspielerin wechselte ich
mit 16 zu Bundesligist SV Böblingen.
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre
fünf Jahre bei der SV Böblingen?
Das war schon eine sehr spannende, aber auch coole Zeit. Weil ich viel Erfahrungen sammeln konnte und weil ich mit Weltklassespielerin Hongi Gotsch in einer Mannschaft spielen durfte. Man konnte so unheimlich viel von ihr lernen, obwohl unser Spielstil natürlich nicht vergleichbar ist. Ihr Kampfgeist war enorm und auch menschlich war und ist sie immer noch toll. Als ich mit dem Studium anfing, war es für mich schwierig, den Leistungslevel zu halten, da ich das Training etwas reduzierte. Aber das war ok, man muss im Leben halt auch Prioritäten setzen. Im Jahr 2019 wechselte ich dann zum SSV Schönmünzach in die Regionalliga.
Was waren im Rückblick Ihre größten Erfolge?
Hm, da muss ich erstmal überlegen,
die habe ich gar nicht so schnell parat. In der U 15-Altersklasse wurde ich mal
Vierte beim europäischen Top Ten-Turnier und gewann ein internationales Turnier
in der Slowakei. Auf nationaler Ebene habe ich einige gute Platzierungen bei
den Ranglistenturnieren erreicht. Bei den Erwachsenen wurde ich mal Dritte beim
Top 48-Bundesranglistenturnier der Damen, im Doppel mit Alexandra Schankula und
im Mixed mit dem Neckarsulmer Vladimir Anca gewann ich Bronze bei den Deutschen
Meisterschaften 2023 in Nürnberg.
Das ist ja noch nicht allzu lange her.
Stimmt, aber wie gesagt,
die Prioritäten haben sich längst etwas verschoben. Beruflich bin ich als
Personalentwicklerin in einem Böblinger Ingenieurbüro gut eingespannt.
Weshalb Sie auch nach Gärtringen gezogen
sind?
Korrekt. Zurzeit
trainiere ich deshalb auch viel beim TTV Gärtringen mit dem dortigen
Verbandsliga-Team.
Sind Sie da nicht ein wenig
unterfordert?
Es ist durchaus ein effektives Training für mich, auch wenn es natürlich gut wäre, auch mal Trainingspartner mit 2 000 Ranking-Punkten oder mehr zu haben. Aber ganz so weit sind die Gärtringer da ja nicht davon entfernt (lächelt).
In Schönmünzach helfen Sie ja gelegentlich auch
mal im Landesliga-Team aus.
Ja, das macht durchaus Spaß, aber
sollte nicht zur Norm werden. Am liebsten spiele ich immer noch mit meinen
Mädels in der zweiten Liga.
Wie lief der Saisonstart aus Ihrer Sicht und was ist für den SSV in dieser Saison drin?
Gegen Weinheim mussten
wir noch auf unsere Nummer eins Kheith Cruz verzichten, was die Aufgabe
natürlich schwer machte. In meinem Einzel gegen die Jugendnationalspielerin
Elisa Nguyen war in jedem Satz etwas drin, da fehlte mir ein wenig das
Selbstvertrauen. Dabei kann ich am vorderen Paarkreuz eigentlich unbeschwert
aufspielen. Gegen Daria Trigolos gab es nichts zu holen, aber die trainiert
vermutlich auch ein bisschen mehr als ich. Mit der Mannschaft will ich auf
jeden Fall den Klassenerhalt schaffen, das sollte mit unserer Philippinin Kheith
Cruz möglich sein.
Haben Sie weitere sportlichen Ziele?
Ich betreibe den Sport ja im Grunde nur noch hobbymäßig, insofern ist der Zug für höher gesteckte Ziele ja abgefahren. Ich versuche immer meine bestmögliche Leistung abzurufen und locker an die Spiele heranzugehen. Im Einzel möchte ich mich aber über die baden-württembergischen Meisterschaften für die DM qualifizieren, mal sehen, ob es klappt. Ich setze mich da nicht unter Druck, diese Zeiten sind vorbei.













